Bitterbal und Bratwurst vervolg

26 september 2011 in .... herz, In Kontakt mit Deutschen in Holland, Kulturelle Veranstaltungen

Gesternabend bin ich dann im Café Brecht gewesen. Ein tolles, uriges Café am Rande der Innenstadt und gut zu erreichen. Es ist vor allen Dingen so urig eingerichtet mit ´Sperrmüllmöbeln´, also alten Sofas und Sesseln, Tischen und Anrichten. Klein aber sehr gemütlich. Und auch mit vielen deutschen Biersorten. Wer es mag. Das Publikum war, glaube ich gemischt, Deutsche wie Holländer. Wobei wahrscheinlich die Deutschen ein Heimvorteil hatten. Es wurde größtenteils Deutsch gesprochen und vorgelesen. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mehr über die Eingewöhnung der Deutschen in Holland gesprochen wurde als umgekehrt. Und von daher mehr über die Eigenartigkeiten der Holländer. Wie zum Beispiel: das Begrüssen: ein oder zwei oder drei Küsse. Handgeben oder nicht. Die direkte Fragenstellung: gehst du denn jetzt wieder zurück nach Deutschland, wo die Freundschaft mit dem Holländer beendet ist?
Deuh (ja wie schreibt man denn das)! Eben auch die kurzen Laute, die man sagt und wo jeder eine bestimmte Bedeutung hat. Sozusagen einen Code. Das sollte man doch mal wissen um richtig dazu zu gehören! Übrigens höre ich diese Laute hauptsächlich von der Jugend.
Und selbstverständlich auch über das Duzen, was anscheinend auch nicht uneingeschränkt benutzt wird. Das war total neu für mich. Wem habe ich da denn mal auf die Füße getreten? Auch da gibt es Regeln, was es fuer uns Deutsche nicht einfacher macht, da niemand die Regeln kennt. Wir Deutschen sind ja nun mal sehr regelorientiert. Was aber wenn niemand uns Regeln erklären. Das macht es für uns ja noch schlimmer. Struktur muss her!
Und dann natürlich die ‚HEMA’. Mit der HEMA klappt es nicht so in Deutschland. Die landet nicht. Ich kann das verstehen. Es scheint sogar ein Buch zu geben mit dem Titel ‚ik mis alleen de HEMA’ von Manon Sikkel.
Die meisten Unterschiede kannte ich aus eigener Erfahrung. Es war aber trotzdem lustig, um sie gesprochen von anderen in Prosa und Dialog zu hören. Die Blicke des Erkennens und des Erstaunens, bei den Holländern, zu sehen.
Wenn es klappt, gehe ich nächsten Monat auch wieder ins Café Brecht. So traf ich zum Beispiel auch einige Bekannte aus der LinkedInGruppe.

6 reacties | laat een reactie achter ↓

1 Tina 26 september 2011 at 7:20 PM

Schaaade, daß ich diesen Abend verpasst habe. Hätte mich bestimmt gut amüsiert. Ik mis alleen de HEMA habe ich auch gelesen – und weiterverschenkt.
Deuh = Duh, glaube ich ;-) .
Das selbstverständliche Dutzen ist im öffentlichen Leben in den letzten Jahren etwas auf dem Rückzug, das ist jedenfalls mein Eindruck. Ansonsten wird meiner Meinung nach immer noch fleissig drauflos gedutzt. Habe ich es richtig verstanden, daß dieser Abend regelmässig wiederholt wird? Bestimmt wieder Sonntagabend, oder?

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2 Claudia van der Velpen 27 september 2011 at 7:47 AM

Ah, ah den Eindruck hattest du auch, dass das Duzen nicht immer ohne weiteres gemacht wird. Ich sage manchmal auch bewuss “Sie’ um anzugeben, dass ich Abstand signalieren möchte.
Und wie war das Buch? Das würde mich interesssieren.

Ich glabue, dass jeden Monat die Lesebühne ist. Steht glaube ich auf der Webseite.
Vielleicht trifft man sich ja da mal.

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3 Olivia 29 september 2011 at 1:49 PM

Ich hab ‘Ik mis alleen de HEMA’ auch gelesen, ist ein Buch über Leute (Niederländer), die in anderen Ländern neu angefangen haben. Halt so persönliche Geschichten, liest sich gut. Und wenn ich mir vorstelle, in (nochmal) ein anderes Land zu gehen, dann würde de HEMA mir auch sehr fehlen!

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4 Claudia van der Velpen 29 september 2011 at 6:02 PM

Wirklich? Und warum würde du die HEMA denn vermissen?
Du machst mich neugierig.

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5 Adele 2 oktober 2011 at 10:42 AM

Hallo Claudia,

Danke für deinen schönen Kommentar zur letzten Lesebühne. Ich bin froh, dass sie gut angekommen ist.

Für die nächste Lesebühne suche ich noch deutsche AutorInnen. Ich finde es nicht wichtig, ob man schon veröffentlicht hat oder nicht.
Es geht darum, seine Texte aus der Schublade herauszuholen, sie durch die eigene Stimme zum Leben zu bringen und, und das ist vielleicht noch wichtiger: Das gemeinsame Zuhören in diesen, von Bildern überfluteten Zeiten.

Grüsse von Adèle

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6 Claudia van der Velpen 3 oktober 2011 at 4:16 PM

Vielleicht bekommst du über diesen Blog neue AutorInnen.
Bis zur nächsten Lesebühne. Wann ist die genau?

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