Krakau, einfach nur Krakau

27 juli 2018 in .... herz, Geen categorie, Jugenderinnerungen

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Krakau, einfach nur Krakau

Unser Kurzurlaub führte uns dieses Jahr nach Krakau. Dieses Mal nicht nach Italien. Italien ist unser Lieblingsland. Deutschland natürlich auch. Nachdem wir Jena besucht hatten, dachten wir ‚weiter im Osten‘ gibt es auch noch schöne Städte. Eine Freundin hatte die Stadt besucht und war ‚laaiend enthousiast‘. Und irgendwie zieht mich die Neugierde nach Polen. Der Grund ist ganz einfach: Meine Mutter hatte dort als junges Mädchen gelebt, mehr oder weniger ‚einquartiert‘ oder angesiedelt. Das genaue haben wir nie so richtig erfahren. Wohl, dass sie vor den Russen fliehen musste, übers. Eis, mit Pferden in der Kälte, viel Schiss und Angst hatte und letztendlich in Bremen gelandet ist. Erzählt hat sie aber auch von der schönen Landschaft, der Freiheit, die sie gefühlt hat und den schönen Städten, die ab und zu besucht wurden.
Ein anderer Grund war für mich, dass ich irgendwann mal ein Buch über die Geschichte von Polen gelesen habe. Geschrieben von James A. Michener. Beigeblieben ist mir, dass Polen mal groß und mächtig war und im Laufe seiner Geschichte immer wieder geteilt wurden und ‚als het ware‘ hin und her geschoben wurde.
Ich dachte mir, ich glucke es mir mal an. Es hat uns sehr gefallen. Die Innenstadt mit vielen, vielen Kirchen. Einfach unfassbar wieviel Kirchen es dort gibt. Seit dem 13. Jahrhundert intakt geblieben; klein und doch groß. Der Hauptplatz mit den Tuchhallen, der Wawelhügel mit der Burg, der Hochaltar in der Marienkirche von Veit Stoß, das Denkmal von Kopernikus und noch vieles mehr. Und im Nachhinein denk ich dann auch an die Weichsel, die meiner Mutter erwähnt hatte. Es galt ‚vor allen Dingen, die Weichsel rechtzeitig zu überqueren….‘. Selbstverständlich auch das jüdische Viertel, Kazimierz, mit den vielen Synagogen und seiner traurigen Geschichte, und die Salzminen. Eigentlich viel zu viel für diese kurze Zeit.
Bei dem Erzählen meines Besuches höre ich andere – meist Holländer – sagen, dass ich doch sicher Auschwitz besucht habe. Nee, das habe ich sehr bewusst nicht gemacht. Ganz einfach, weil ich diesen Teil der deutschen Geschichte gut genug kennen, genug Bilder gesehen habe, mir meine eigene Vorstellung machen kann und einfach doch irgendwie nicht mit dieser negativen und traurigen Energie konfrontiert werden will. Wissentlich ausgrenzen und wissentlich kennen? Aber wichtig finden, dass die junge Generation diesen Teil kennen lernt und die Lektion lehrt.

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