Postkarte an die ElternPostkarte an die Eltern

Wirklich ganz durch Zufall – ich ‚zappte‘ abends auf den deutschen Sendern‘ – hörte einer Frau zu, die von ihrer Verschickungszeit erzählte. Das Programm widmete sich dem Kongress „Das Elend der Verschickungskinder“ vom 21.-24.11.19 auf Sylt.
Bei den Worten ‚zu dünn‘, zwanghaft essen müssen, Haferbrei, Kontrollgängen der Tanten und gemeinsames Duschen drückte ich auf ‚aus‘. Ich wollte dies anfangs nicht hören. Neugierig war ich schon. Ob ich wollte oder nicht: auch ich bin ein Verschickungskind. Stempel mag ich nicht. Es besagt aber genau das, was ich auch mitgemacht habe und tief in meinem Gedächtnis versteckt habe. Durch das Lesen von Erfahrungsberichte von andere habe ich meine Erinnerungen auffrischen können. Dank den Schreibern auf der Internetseite.
Ich weiß, dass ich mit sechs Jahren für sechs Wochen zur Kur geschickt wurde. Der Hausarzt erzählte meiner Mutter, dass ich zu dünn und zu zaghaft bin und dass meine Einschulung Gefahr laufen würde. Ich wollte selber aber nichts lieber als endlich zur Schule zu gehen. Ich war zu Hause und im Kindergarten ‚ausgespielt‘. Ich wollte herausgefordert werden und hatte einfach Lust auf Lesen und Schule. Aber leider nicht. Meine Mutter, die tolle Erinnerungen an ihre Zeit als Hitlermädchen und ihre eigene Kinderlandverschickung hatte, stimmte dem zu. Zu Hause waren noch zwei andere Kinder.
Es ging mit dem Zug und viele andere Mädchen von Essen in den Schwarzwald. Geschickt wurde ich in die Bergklause Maria Frieden in Mambach*. Ich sollte in der guten Schwarzwald Luft vor allem zunehmen und ‚dicker‘ werden.
Zum Frühstück gab es jeden Morgen ‚pap‘ (gekochte Haferschleimsuppe). Dieser Geruch sitzt mir noch immer in der Nase. [lees verder →]

2 reacties

Es war mal wieder an der Zeit, um ein Treffen für die LinkedIn Gruppe DeutschNederlanders. Es war schon eine lange Zeit her. Verursacht u.a. durch meinen Fall in den Bergen und die schlimme Gehirnerschütterung. Kondition her oder hin; ich hatte Lust.
Ich hatte inzwischen Anja Fricke kennengelernt. Sie wollte Mitglied der Gruppe werden. Beim Durchlesen ihres Profils fiel mir auf, dass sie als Zeitzeugin Vorlesungen und Workshops über die DDR gibt und auch Reisen begleitet. Der Kontakt war schnell gelegt, das erste Treffen auch schnell geplant, die Chemie stimmte und ein Treffen wurde geplant.
Wir, Anja Fricke (Kind aus dem Osten) und ich (Westkind), wollten an diesem Nachmittag zusammen mit den Teilnehmern entdecken warum die DDR heutzutage ein Thema ist für Deutschland, aber auch für die Niederländer. [lees verder →]

0 reacties

Krakau, einfach nur Krakau

27 July 2018
made by Sabine van der Velpenmade by Sabine van der Velpen

Krakau, einfach nur Krakau Unser Kurzurlaub führte uns dieses Jahr nach Krakau. Dieses Mal nicht nach Italien. Italien ist unser Lieblingsland. Deutschland natürlich auch. Nachdem wir Jena besucht hatten, dachten wir ‚weiter im Osten‘ gibt es auch noch schöne Städte. Eine Freundin hatte die Stadt besucht und war ‚laaiend enthousiast‘. Und irgendwie zieht mich die […]

[lees verder →]

Geh über die Dörfer von Peter Handke

6 July 2018
made by Claudia van der Velpenmade by Claudia van der Velpen

Ode an meinen holländische Kollegen, der diese Woche Abschied genommen hat. Ich habe mit diesem Kollegen einige Male den deutschsprachigen Minor ‘Coaching, Training und Psychologie’ an deutschsprachigen Studenten bei der HAN gegeben. Es hat ungemein Spass gemacht. Ich wusste, dass dieser Kollege eine Vorliebe für die deutsche Sprache hat. Und eigentlich auch Pläne hatte, um […]

[lees verder →]

Dodenherdenking? Wie meistere ich dieses Jahr dieses Thema?

7 May 2018

Im letzten Jahr habe ich mich ausgiebig zum Thema geäußert. Anlass war mein Interview für die NOS. Dieses Interview hat viel bei mir losgemacht. Der Effekt war, dass ich vieles aufräumen konnte. Das war nicht nur damals so. Das Gefühl ist geblieben. Ich habe Abstand genommen. Von wem oder was? Das weiß ich nicht genau. […]

[lees verder →]

Mein Lieblingsweihnachtsgedicht

11 December 2017
by Sabineby Sabine

Dieses Mal möchte ich eine Kindheitserinnerung teilen. Abend für Abend, Strophe für Strophe hat mein Vater, sitzend auf der Bettkante, dieses Gedicht mit mir eingeübt bis ich es zu Weihnachten auswendig vortragen konnte. Am Heiligen Abend vor dem geschmückten Weihnachtsbaum mit den Grosseltern, Eltern und Geschistern als Zuhörer. Knecht Ruprecht Von drauss’ vom Walde komm […]

[lees verder →]

Totensonntag und die Löcher meiner Familiengeschichte

27 November 2017
kaarseneditededitedkaarseneditededited

Jetzt laufe ich schon den ganzen Morgen mit einer Frage ‘rum. Soll ich sie stellen oder nicht? Auf meinem Blog oder in der LinkedIn Gruppe DeutschNederlanders. Der Anlass war der Totensonntag. Gestern. Nach Essen zu den Gräbern meiner Eltern sind wir am Samstag gefahren, da wir dann nebenher die Möglichkeit haben, Geschäfte anzugucken und deutsche […]

[lees verder →]

Wie? Deutsche zum Arbeiten? Gerne!

17 September 2017
Herz by alice_cHerz by alice_c

Ein Artikel im AD mit dem Titel ‚Nederlander heeft liefst een Duitser op de werkvloer’ versetzte mich zurück in die Zeit. Damals (!) vor über dreißig Jahren, habe ich es auch so erfahren. Was war der Fall: ich hatte eine Banklehre in Deutschland gemacht und war gelernter Bankkaufmann. Ich habe meinen Umzug in die Niederlande […]

[lees verder →]

Stammtisch am 4. Oktober in Utrecht

4 September 2017

Am Mittwoch, dem 4. Oktober trifft sich unsere DeutschNederlander Gruppe zu einem deutschen Stammtisch in Utrecht. Wir sehen uns ab ungefähr 18:30 Uhr. Wir hoffen auf ein zahlreiches und gut gelauntes Erscheinen. Wer nicht Mitglied der Gruppe ist und trotzdem Lust hat, kann sich gerne bei mir melden. Wir freuen uns immer auf neue und […]

[lees verder →]

Germanismen

15 May 2017

Germanismus Vor einigen Tagen rief mich eine der Organisatorinnen vom Lesesaal Rotterdam West an. Am 12.5 war im Programm ‚Doooooorvertellen‘ Deutschland an der Reihe. Titel ‚Overgewaaid uit het Oosten‘. Man hatte mich über den blog buurtaal gefunden. Die Frage war ob ich Lust hätte zu kommen und ob ich zum Thema Germanismus einen Beitrag liefern […]

[lees verder →]

Das Preisgeben meiner Schuldgefühle: wie fühle ich mich als Deutsche am 4.5?

7 May 2017

Ich glaube, ich würde mich eher als schüchtern umschreiben, halte mich mehr im Hintergrund, Gefühle äußere ich bei guten Freunden oder selbstverständlich unter Familienmitgliedern. Obwohl, manche auch nicht. Mein großes Geheimnis, mein innerster Kern, betrifft mein Gefühl der Kollektivscham. Anfang Mai ist dieses Schuldgefühl grösser. ‚Dodenherdenking‘ (Volkstrauertag) ist ein niederländischer Gedenktag, der jährlich am 4. […]

[lees verder →]

Ausländer, Heimatvertriebene, Emigrant, Asylant

29 April 2016

Geschichte fand ich schon immer toll. Grund dafür war auch mein Geschichtslehrer, der so ungemein interessant und ‚boeiend‘ erzählen konnte, dass die Geschichte Wirklichkeit wurde. Da war Caesar nicht öde, Napoleon wuchs zu einem Imperator, der einfach auch mal Pech hatte und dann auf Elba landete und die Elefanten von Hannibal sahen wir vor unseren […]

[lees verder →]

Vertaal deze pagina naar het Nederlands met Google Translate | Colofon