Sint Maarten

11 November 2011 in .... herz,Geen categorie,Jugenderinnerungen

Heute Abend wird Sint Maarten bei uns gefeiert. An unsere Tür kommen Kinder mit oft schönen selbstgebastelten Laternen. Sie singen Lieder, wie zum Beispiel “Sintermaarten Mik Mak” und erwarten dann, dass sie vom Hauseigentümer etwas geschenkt bekommen. Natürlich erwarten sie etwas Süsses, sowieso keine Mandarinen oder Aepfel, dann schon eher etwas Geld. Dieses Fest wird in einiger Gemeinde Hollands gefeiert. Als zum ersten Mal Kinder an unsere Tür kamen waren wir totall nicht d’rauf vorbereitet. Keine Süssigkeiten im Haus, dann mal schnell etwas Kleingeld geben. Meine Kinder fanden es damals auch toll: im Dunkeln nach Draussen, mit der Laterne und dann mit einem vollen Sack Süssem wieder ins Haus kommen. Und dann natürlich ‘snoepen’. In meiner Jugend erlebten wir Sint Maarten , Martinstag, ganz anders. Vom Kindergarten aus liefen wir zum Stadtgartenpark in Essen, im Dunkeln mit den Eltern, wo ein Schauspiel aufgeführt wurde. ‘Plotsklaps’ ist ein Reiter auf einem Pferd durch die Menge geritten, ein Bettler näherte sich ihm, Sankt Martin teilte seinen Mantel in zwei Stücke mit seinem Schwert und ritt dann wieder weg. Es hat mich als Kind unheimlich beeindruckt. Ich weiss es noch heute. Im Kindergarten hatten wir am selben Tage mit Serviettenpapier und einem Apfel eine Gans, die Martinsgans gebastelt, die wir mit nach Hause nehmen durften. Und das war es dann auch.
Das Betteln von Haustür zu Haustür haben wir in der Karnevalzeit gemacht; meine Mutter hatte es uns verboten, wir haben es aber trotzdem getan und sie hat es entdeckt. Alle Habseligkeiten mussten wir leider abgeben!

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1 Mendian 12 November 2011 at 9:06 AM

Das von ‘Tuer nach Tuer’ laufen und um Suessigkeiten betteln, gibt es, wie du schon sagst, nur in einigen Gemeinden der Niederlanden. Auch die Laternenumzuege, wie man sie aus Deutschland kennt, findet man hier selten.

In dem Teil Deutschlands, aus dem ich stamme, sind die ‘Martinsumzuege’ fast immer gleich organisiert. Oft findet in der Dorfkirche ein kurzer Wortgottesdienst statt, und anschliessend formiert sich der Laternenumzug. Voran reitet ‘St. Martin’ auf seinem Pferd, dahinter folgen die Kinder mit ihren Laternen. Am Schluss finden sich die groesseren Kinder mit Fackeln. Unter Singen der bekannten Martinslieder geht der Weg durchs Dorf zum grossen Martinsfeuer, wo Martinsbrezeln an die Kinder verteilt werden. Auf dem Weg zum Feuer spielt sich dann auch zwischendrin die ‘Mantelteilungsszene’ ab.

So kenne ich die Martinsumzuege aus meiner Kindheit, und auch heute folgt man dieser alten Tradition.

Das Betteln an den Haustueren war frueher um die Karnevalszeit sehr beliebt (‘Bin ein armer Koenig, gib mir nicht zu wenig…..’) und beschraenkte sich meist auf das Erbetteln frischer ”Faasendkuechle” (Berliner, Berliner Pfannkuchen, Krapfen, Kreppel, Berliner Ballen, Puffel). Heute wird meist an Halloween um Suessigkeiten gebettelt …

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2 Claudia van der Velpen 14 November 2011 at 7:15 PM

Das mit den Krapfen kenne ich vom Silvester und Karneval. Als Kinder bekamen wir sie nicht. Zum Glück Süssigkeiten.

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3 Martin 14 November 2011 at 6:01 PM

Hier in Bonn wird aber am Sankt Martinstag auch gebettelt. Mit Lanterne!

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4 Claudia van der Velpen 14 November 2011 at 7:14 PM

Danke für eure Antworten. Es würde mich ja interessieren ob das was mit katholisch oder evangelisch zu tun hat. Sint Maarten müsste ja ein katholischer Heilige sein.
Dann kann ich es noch nicht mit ‘Betteln’ reimen. Wir wahrscheinlich Gebrauch und Tradition eines Ortes sein. Es würde mich schon interessieren wie so was entstanden ist.

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5 Mendian 19 November 2011 at 10:11 AM

Ich denke, dass dieses ‘Betteln’ etwas mit der anderen Bedeutung des Martinstages zu tun hat. Gerade in laendlichen Gebieten ist der Martinstag auch als ‘Zinstag’ oder ‘Tag des Zehnten’ bekannt. An diesem Tag bezahlten die Bauern die jaehrliche Pacht an den Gutsherrn. Diese Tradition gibt es noch heute. Viele unserer Landpaechter bezahlen auch heute noch die Pacht bar in die Hand, am Martinstag. Frueher wurde die Pacht meist in Naturalien bezahlt, und so wurden die Vorratskammern der Gutsherren rund um den Martinstag gut gefuellt und lockten so manchen Bettler an …..

6 Andreas 16 November 2011 at 7:27 PM

Hi, also genau ich bin auch in Bonn aufgewachsen und da wird zu Sankt Martin “geschnörzt” oder “geschnorrt”, das heißt wir zogen mit den Laternen von Haus zu Haus und haben sämtliche St. Martins-Lieder gesungen und tütenweise die Süßigkeiten abgegriffen. Als Kind war mir das überhaupt nicht bewusst, dass das wohl eine sehr regional begrenzte Sitte ist, aber in Bonn wirklich völlig usus. Dass St. Martin von Halloween verdrängt wird, finde ich äußerst schade, denn außer Laternenbasteln, hatte das ganze doch keinen kommerziellen Aspekt und der Bezug zur Religion war zumindest noch im Hinterkopf, auch wenn natürlich der Süßkram deutlich mehr motivierte…. hier in Berlin kennt das jedenfalls niemand, insofern würde ich auch tippen, dass es etwas mit evangelisch und katholisch zu tun hat, und wir Lutheraner im rheinischen Exil uns den dortigen Gepflogenheiten angepasst hatten. Formvollendete Integration sozusagen 😉

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7 Claudia van der Velpen 21 November 2011 at 12:56 PM

‘Süssigkeiten abgegriffen’ das war es auch als Kind. So richtig mal in den Süssigkeiten die Füsse baden lassen, so wie Dagobert Duck im Geld.
Ich glaube nicht, dass hier in Holland Halloween gefeiert wird. Oder weiss das jemand?

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8 Claudia van der Velpen 21 November 2011 at 12:53 PM

Hallo Median,

das ist ja interessant. Das wirft ein ganz anderes Licht auf St. Martin. Vielen Dank für deinen Beitrag.

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