Der Turm

14 November 2012 in Die dumme Geschichte,Kulturelle Veranstaltungen

Mehr oder weniger durch Zufall sah ich  einen Teil des zweiteiligen Films ‚Der Turm’ im ARD-Fernsehen. Ein Film nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Tellkamp. Ich kannte weder das eine noch das andere. Den Film fand ich aber von Anfang an interessant. Zum Inhalt: ‚1982 Familie Hoffmann lebt im Villenviertel Dresdens. Man hat sich im bildungsbürgerlichen Milieu eingerichtet. Vater Richard Hoffmann, ein erfolgreicher Chirurg, hofft, zum Nachfolger des Klinikchefs ernannt zu werden. Doch eine jahrelange Affäre mit der Sekretärin Josta Fischer, mit der er eine Tochter hat, wird ihm dabei zum Verhängnis. Diese macht ihn für die Stasi ebenso erpressbar wie eine vor Jahrzehnten begangene Jugendsünde. Richards Frau Anne und sein Sohn Christian ahnen nichts von Richards Doppelleben. Christian soll in die Fußstapfen seines Vaters treten, dessen überhöhte Erwartungen an ihn führen aber zu einem entfremdeten Verhältnis der beiden zueinander. Umso vertrauter ist Christian mit seinem Onkel Meno, Annes älterem Bruder. Meno muss als Lektor einerseits die Vorgaben der Kulturbürokratie beachten, andererseits steht er menschlich den Autoren nahe, die von der Zensur bedroht werden. Er verliebt sich in die Schriftstellerin Judith Schevola und gerät damit in einen noch größeren persönlichen Konflikt. Währenddessen muss Richard eine Entscheidung treffen: Als er erkennt, dass seine Familie und die Karriere auf dem Spiel stehen, trennt er sich von seiner Geliebten Josta, die daraufhin mit Selbstmord droht.’ (Internetzugriff) Der Film hört übrigens beim Fall der Mauer auf.
Was mich faszinierte sind Themen, die mich selber berühren: um Studieren zu können muss Christian nicht nur ein exzellentes Abitur ablegen sondern sich in Sinne des Sozialismus auch noch gesellschaftlich engagieren’, als Christian aus Mitgefühl einen seiner Kameraden helfen will, wird er zwangsversetzt in ein Straflager’, Geschenke, die verteilt werden, die in der Mangelwirtschaft der DDR schwer erhältlich sind, diese mundtot machen von Meinungen, das bespitzelt werden und das Gefühl immer dem herrschenden System gerecht zu werden’. Für mich als Westkind schwer nachvollziehbar. Und ich könnte mich mit dem Gedanken trösten, dass so was zur Vergangenheit gehört. Aber leider nicht. Natürlich darf man keiner Stereotype anhängen (das haben wir in Jena während der Ausbildung gelernt) aber manchmal sucht man halt seine Sicherheit in diesem Stereotypendenken. So auch ich, wenn ich akzeptieren muss, dass ich mein Zertifikat nicht bekomme, da ich an der letzten Pflichtveranstaltung des Studiums nicht teilnehmen konnte und wollte. Meine Mutter lag im Sterben und natürlich wollte ich lieber bei ihr sein als diese Veranstaltung zu besuchen. ‚Regeln sind Regeln und es gibt keine Ausnahme auch für solche Sachen (!) nicht’ wurde mir gesagt. Wie? Das erinnert mich dann an die Situation von Christian, der einem sterbenden Kumpel helfen will obwohl der Auftrag lautet: vorrücken….
Wie auch immer: Ich werde mir das Buch bestellen. Den Film nochmals angucken. Es ist beides sehr empfehlenswert. Und wenn ich Ausschnitte des Films holländische Freunde erzählen, gucken dich mich meistens nur fragend an! Vielleicht doch mal diesen Film als Pflichtprogramm während des Deutsch- oder Geschichtsunterrichts zeigen. Meinem Verständnis hat er geholfen.

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