Afspraak is afspraak!

7 november 2013 in .... herz, Kollision der Kulturen

Nederlands gezegde met Duitse inhoud! (Niederländisches Sprichwort mit deutschen Wurzeln!)
Oder doch einfach nur Deutsch. Oder Teil meines Charakters. Ich habe erfahren wie es aber trotzdem zu Überraschungen kommen kann im deutsch/deutschen Kontakt!
Bezüglich eines neuen Auftrages hatte ich Kontakt mit einem Deutschen arbeitend in einem holländischen Betrieb. Ich hatte mein Curriculum Vita hingeschickt und auf Grund dessen wurde ich angerufen mit der Frage an welchen Wochentagen ich zur Verfügung stehen könnte. Dies wurde notiert und beantwortet mit ‚dann rufe ich Sie wieder an.‘ Ich wartete ein paar Tage, fast eine Woche und habe dann aus Neugierde angerufen wie es denn aussähe. Total perplex war ich von dessen Antwort ‚wir hatten doch vereinbart, dass ich Sie anrufen sollte‘. Was selbstverständlich ‚de afspraak‘ war. Nachdem ich erklärte hatte was der weitere Grund meines Telefonats und meines Anliegens war, war das Thema, glaube ich, abgeglichen. Obwohl?
Was da passiert ist, will mir nicht in den Kopf gehen. Ist ‚afspraak is afspraak‘ wirklich so streng und rigide. Das wäre jetzt meine Interpretation. Hätte ich jetzt wirklich auf sein Telefonat warten müssen oder war die Tatsache, dass nicht angerufen wurde, schon genug, um daraus ein Nein zu destillieren, was jetzt übrigens noch immer unklar ist.
Hat meine Neugierde oder dieses als ‚vorlaut‘ interpretierte dem Verhältnis geschadet? Oder ist es einfach, dass…… (Gründe, die ich nicht kenne).
Merkwürdig ist es irgendwie schon. Hätte man doch von zwei Deutschen erwarten können, dass diese kommend aus demselben Kulturkreis, dem Deutschen, einander hätten verstehen können. Oder spiele in diesem Fall die persönlichen Unterschiede eine größere Rolle, oder sogar der Kontext und die Umstände selber oder bin ich vielleicht doch schon mehr ‚vernederlandst‘ als das ich selber vermute.
Ich probiere in meinen Büchern Denkanstöße für meine Reflektion zu bekommen. In diesem Fall habe ich mir das Buch ‚Die Deutschen – Wir Deutschen‘ von Sylvia Schroll-Machl* vorgeknöpft und darin ‚rumgestöbert und habe probiert mich in die Situation des Anderen zu versetzen. Ein möglicher Grund könnte die Regelorientiertheit der Deutschen sein, so ungefähr wie: ‚die Regeln sind für uns verbindlich. .. Auf alle Beteiligten muss Verlass sein. Eine Sache ist organisiert und jetzt wird von allen erwartet, dass sie sich korrekt an ihre Zuständigkeit halten und ihre Aufgaben erfüllen…. (S.94). Störungen im weitesten Sinne,… wie auch das tatsächlich Aus-dem-Plan-geworfen-Werden werden als Ereignisse erlebt, die unerwartet passieren…. und dann viel Energie kosten…. (S. 133). Es bleibt für mich undeutlich.
Inzwischen habe ich es abgehakt und mich entschlossen, diesen Critical Incident als Thema eines interkulturellen Trainings zu verwenden. Ich bin gespannt auf die Meinungen der Teilnehmer.
Übrigens habe ich den Vorfall auf Beziehungsebene gelöst. Ein Kulturstandard, den man eher auf der holländische Seite antrifft. Das wäre auch mein Tipp an die Teilnehmer.

* In diesem Buch werden Kulturstandards als Orientierungshilfen zum Verständnis der eigenen wie auch der Fremdkultur beschrieben, meine Interpretation. Die Autorin schreibt: ‚Kulturstandards können aufgefasst werden als die von den in einer Kultur lebenden Menschen untereinander geteilten und für verbindlich angesehenen Normen und Maßstäbe zur Ausführung und Beurteilung von Verhaltensweisen. Kulturstandards wirken als Maßstäbe, Gradmesser, Bezugssysteme und Orientierungsmerkmale….. (S. 28)

4 reacties | laat een reactie achter ↓

1 Charlie 7 november 2013 at 8:35 PM

Nou ja, also ich halte das für eine geschickte Ausrede von jemand, der vergessen hat, anzurufen – oder gar nicht wirklich anrufen wollte. Und sich dabei auch noch auf das „gegebene Wort“ zu berufen, ist hinterhältig, unterstellt es dir doch, wortbrüchig und unzuverlässig zu sein. Ich weiß nicht, ob ich für so jemanden würde arbeiten wollen. Eher nicht.

Keine Ahnung, ob das ursprünglich hiermit zu tun hatte, aber wenn mir jemand sagt, er will mich anrufen oder mir schreiben, frage ich gern: Bis wann darf ich mit Ihrem/deinem Anruf/Schreiben rechnen? So erfahre ich, ab wann ich mir Sorgen machen muss, ich wäre vergessen gegangen und ab wann ich „vereinbarungsgemäß“ das Recht habe, den Kontakt in Gegenrichtung aufzunehmen.

Von ein, zwei Einzelfällen auf die Mentalität eines Volkes schließen zu wollen, halte ich für maßlos übertrieben; das unterstellt den Leuten, keine Individuen zu sein, die frei und anders als die anderen handeln können. Andererseits: dick unterstrichen typische Verhaltensweisen unserer Volksangehörigen erlebe ich tagein, tagaus. Manchmal kommen mir die Leute alle wie reine Herdentiere vor…

Das Buch von Sylvia Schroll-Machl sieht in der Amazon-Vorschau gut und sehr durchdacht-fundiert aus. Es fehlt nur noch eine Messerspitze Lob von dir, und ich kauf’s mir.

Reageer

2 Claudia van der Velpen 8 november 2013 at 3:42 PM

Hallo Charlie,
danke Dir für deinen Comment, mit dem ich wieder neue Anhaltspunkte bekommen. Mein Gefühl bestätigt mir das von dir Geschriebene. Mit einem ‘Nein’ kann ich prima leben; Unsicherheit oder Hoffnung kosten Kraft und Zeit, oder? Es ist sicher nicht opportun um von ein, zwei Beispielen auf die Mentalität eines Volkes zu schliessen. Ausnahmen bestätigen die Regeln. Wenn du das Buch von Sylvia Schroll-Machl liest, wirst du auch erfahren, wie die Kulturstandards erarbeiten worden sind. Und das es nur Richtlinien sein können. Dem schliesse ich mich an. Obwohl ich während meiner Ausbildung in Jena als Interkultureller Trainer Modelle und Denkweisen kennengelernt habe, die noch mehr zum Kern der (Kultur)Sache führen und mehr an anschliessen an das, was ich selber denke. So wie es Unterschiede zwischen Individuen gibt, gibt es auch Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen, wobei der ‘Pool’ von Eigenschaften nicht unerschöpflich ist, so dass wir als Individuen einander näher sind als das wir selber denken. Ich hoffe, dass mein deutschNederlands geschriebene meine Meinung deutlich macht. Ich bin gespannt nach deiner Meinung über das Buch.

Reageer

3 Trijntje 7 november 2013 at 9:56 PM

Ik vind het volstrekt normaal dat je na enkele dagen zelf bent gaan bellen.
Ik zou zelf in zo’n situatie me hebben afgevraagd: wanneer zijn ze van plan me te bellen? Wat is een redelijke termijn? Ik zou misschien tenminste één week hebben gewacht, maar dan toch ook zelf hebben gebeld, met de vraag of er al iets bekend is. Hoe ik dat precies zou formuleren? Ik zou denk ik wel iets zeggen van: jullie hebben gezegd me te zullen bellen, maar ik heb nog niets gehoord, is er misschien een misverstand? Is er al iets bekend van mijn vooruitzichten bij jullie?

Ik vind dergelijke situaties lang niet altijd duidelijk, en als ik wel duidelijkheid wil, dan bel ik – of tegenwoordig mail ik dan soms ook, met daarbij dan wel een formulering waarin ik aangeef dat er goede redenen kunnen zijn waarom de ander nog niets van zich heeft laten horen; of dat het ook aan mij kan liggen, dat ik de afspraak niet goed heb begrepen. Alles afhankelijk natuurlijk ook van waarom het gaat.

Reageer

4 Claudia van der Velpen 8 november 2013 at 3:45 PM

hallo Trijntje,
auch dir danke ich für deinen Comment. Ich war wahrscheinlich so ‘overdonderd’ von ‘afspraak is afspraak’, dass ich der Meinung zugetan war, dass der Andere sein Versprechen einhält. Beim nächsten Mal werde ich schon mal ‘voorsorteren’. Liefs.

Reageer

Reageer

Vorig artikel:

Volgend artikel:

Vertaal deze pagina naar het Nederlands met Google Translate | Colofon